Unsere Alumni - Susanne Gahr

Susanne Gahr

Susanne Gahr ist Pressesprecherin beim ORION Versand. Siee studierte von 2004 bis 2011 in Greifswald und hat ihren Bachelor 2008 in Kommunikations- sowie in Musikwissenschaft gemacht, ihren Master 2011 in Sprache und Kommunikation (Schwerpunkt Kommunikation).

Susanne, was sind deine Aufgaben beim ORION Versand?

Von ORION haben die meisten vermutlich schon etwas gehört. Dass hinter dieser Marke etwa 1.000 Mitarbeiter stehen und wir Pakete in alle Welt verschicken, wissen aber die wenigsten. Als Pressesprecherin des Versands habe ich ein sehr vielfältiges Aufgabengebiet, das sich vor allem um die Imagebildung der Marke ORION in der Öffentlichkeit dreht. Das fängt bei der klassischen Pressearbeit und den typischen Anfragen von Journalisten und Redakteuren an, die sich zum Beispiel den Themen Erotik, aber auch Handel, Logistik und E-Commerce widmen. Dann bin ich ihre erste Ansprechpartnerin, beantworte vieles direkt oder halte, je nach Themenschwerpunkt, auch Rücksprache mit dem jeweiligen Spezialisten aus den entsprechenden Abteilungen, beispielsweise mit der Logistikleiterin oder dem Einkaufsleiter. Ich schreibe aber auch viel und gerne – von Pressemitteilungen bis hin zu den Texten für die Unternehmenspräsentation in der Imagebroschüre oder auf unserer Unternehmenswebsite.

Klingt sehr vielfältig …

Genau! Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Abstimmung und Koordination von Sponsorings und Kooperationen, zu denen beispielsweise unsere Partnerschaft mit der SG Flensburg-Handewitt zählt. Als Pressesprecherin gebe ich aber auch den unterschiedlichsten Besuchergruppen bei Unternehmensbesichtigungen einen Einblick hinter die Kulissen des Erotikunternehmens. Die meisten sind überrascht, wenn sie sehen, dass ORION vor allem ein großes Logistikunternehmen mit modernster Technik ist – und eben nicht ganz alltäglichen Produkten.

Bist du auch für die interne Kommunikation zuständig?

Ja, dazu zählt beispielsweise das Mitarbeitermagazin für unsere 300 Mitarbeiter am Standort Flensburg. Darüber hinaus engagiere ich mich auch ehrenamtlich in der Flensburger Wirtschaft und der Vermarktung Flensburgs als Wirtschaftsstandort und Lebensmittelpunkt. Keiner meiner Arbeitstage gleicht dem anderen und das macht meinen Job auch immer wieder aufs Neue so spannend.

Wie bist du zu diesem Job gekommen?

Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Darin liegt auch eine gewisse Skurrilität, denn der Ort, aus dem ich mich beworben hatte, hatte sich für mich alles andere als richtig angefühlt. Ich hatte meinen allerersten Job nach dem Studium 2013 verlassen und bin von Mecklenburg-Vorpommern nach Karlsruhe gezogen. Dort merkte ich aber sehr schnell, dass ich da nicht glücklich werde. Ich sah mich also nach nur zwei Monaten in Baden auf einer Jobplattform um und fand die ausgeschriebene Stelle in der PR-Abteilung bei ORION. Als ich dann noch las, dass ORION in Flensburg sitzt und ich wieder Wasser vor der Haustür in Aussicht hatte, überlegte ich nicht mehr lange und fühlte mich schon im ersten Gespräch mit unserer Geschäftsführerin und Personalleiterin sehr wohl. So stellte sich der Schritt nach Karlsruhe trotz des kurzen Intermezzos als Glücksgriff heraus, denn ohne die Unzufriedenheit in Karlsruhe wäre ich nie zu ORION gekommen und das wäre, in Anbetracht der letzten vier Jahre, ziemlich schade.

Welche Erfahrungen haben Deiner Meinung nach maßgeblich dazu beigetragen, dass Du heute bei Orion bist?

Mir kam und kommt wahrscheinlich eine Mischung aus mehreren Dingen zugute. Rückblickend kann ich für mich sagen, dass ich es als wertvoll empfunden habe, schon während meines gesamten Masterstudiums 20 Stunden pro Woche in der PR-Abteilung eines Destinationsmarketing-Unternehmens auf Usedom gearbeitet zu haben. Dort konnte ich schon als Studentin viele wichtige PR-Erfahrungen sammeln, die mir kein Dozent hätte beibringen können. Meinen Master in Sprache und Kommunikation habe ich dadurch immer vor dem Hintergrund der praktischen Anwendung, gefühlt “nebenbei” und doch immer wohl wissend, dass ich den Titel für viele Stellen schlichtweg brauche, gemacht.

Und: Ich war von Beginn des Bachelorstudiums an sehr interessiert an praktischen Berufserfahrungen in Form von Praktika, habe viel ausprobiert, war bei der Zeitung und mehrfach beim Radio. Dadurch kam ich immer besser mit Menschen ins Gespräch, habe Routinen entwickelt und zugleich auch meine Persönlichkeit. Nicht zuletzt ist es in einem Unternehmen wie ORION natürlich auch wichtig, dass man keine Berührungsängste mit dem Thema Erotik hat. Tatsächlich empfinde ich es als sehr erfrischend, mich tagtäglich mit der schönsten Nebensache der Welt zu befassen.

Deine beruflichen Ziele waren für dich während des Studiums also noch nicht klar …

Wie gesagt, ich habe die Semesterferien insbesondere im Bachelor gern für Praktika genutzt. Die ersten Praktika habe ich alle im Journalismus gemacht. PR wollte ich nie machen. Bis wir dann im vierten Kowi-Semester ein sehr praktisch ausgelegtes PR-Seminar hatten und ich feststellte, wie viel Spaß das macht. Also ging mein letztes Praktikum im Bachelor in die PR-Abteilung eines Theaters und Schauspielhauses. Und danach war mir klar, wohin der Weg geht.

Was war das Thema deiner Masterarbeit?

Ich habe meine Masterarbeit über Krisen-PR im Tourismus geschrieben. Das Thema war bewusst gewählt: Ich arbeitete zu dem Zeitpunkt ja nicht nur in der PR, sondern eben konkret in der Destinationen-PR und konnte auch so das Angenehme, nämlich mein Interesse für die PR im Tourismus, mit dem Nützlichen, dem Master-Ziel, verbinden.

Welche Erfahrungen bzw. Lehrveranstaltungen haben dir aus heutiger Sicht besonders geholfen?

Wie schon gesagt: Eine Schlüsselrolle spielte dieses PR-Seminar in der Kowi. Das fand ich alles so unheimlich einleuchtend und Spaß bringend, dass ich mich näher damit befassen wollte. Ich belegte außerdem auch ein über mehrere Wochenenden reichendes, praktisches PR-Seminar im Rahmen des BA-Studiums, was insbesondere hinsichtlich der PR-Grundlagen hilfreich, kurzweilig und spannend war.

Welche Gründe sprechen aus Deiner Sicht für ein Studium der KoWi an der Uni Greifswald?

Greifswald selbst ist eine sehr sympathische Studentenstadt. Ich fand die Treffen mit Kommilitonen in den kleinen Bars und Cafés immer toll. Oder die Treffen in der Mensa – nicht nur die, die mittags stattfanden. Man traf eben auch immer Leute, die man kennt und hat auch schnell neue Leute kennengelernt. Ein unschlagbares Argument für Greifswald ist auch die Nähe zu den Dozenten. Man kennt sich, grüßt sich, wenn man einander in der Uni begegnet oder in der Stadt über den Weg läuft und der Dozent weiß (meistens) auch, wie man heißt und worüber man seine Hausarbeit oder Abschlussarbeit schreibt. Zumindest habe ich das aus der Philosophischen Fakultät so in guter Erinnerung.

Du bist nach dem Studium nicht bei deinem Job auf Usedom geblieben. Warum?

Ich habe meine erste Stelle schon während des Studiums gehabt und habe es für normal und auch wichtig gehalten, irgendwo neu anzufangen, wo man eben nicht schon als Studentin war, sondern als studierte Mitarbeiterin anfängt. Ich habe zwar sehr gerne im Tourismus gearbeitet, wollte aber natürlich einen weiteren Schritt nach vorn machen, die Komfortzone verlassen, neue Menschen kennenlernen und Herausforderungen finden. Das konnte ich nur, indem ich mit einem Abschlusszeugnis in der Hand neu anfange. Der Schritt nach Flensburg war dabei definitiv einer der besten für mich.